100-Jährige (2011)

erstellt am: 11.01.2013 | von: MSchuett

„Vielleicht bin ich ja ein Wunder – 100-Jährige in Tempelhof-Schöneberg“
Ein dreiteiliges biographisches Ausstellungsprojekt auf zwei Etagen im Rathaus Schöneberg

Ort: Rathaus Schöneberg
7.9. bis 31. Oktober 2011

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„Warum ich ein so hohes Alter erreicht habe? Das weiß ich auch nicht. Ich hab’ mein Leben gelebt. Habe nur das gegessen, was mir geschmeckt hat. Wenig Medizin, wenig Tabletten bis heute. Und Ärzte, ach die habe ich einfach betrogen.“

Antworten von Frau B., 1909 im Wedding geboren, die mit 102 Jahren in ihrer Tempelhofer Wohnung lebt.

„Die Lebenserwartung steigt“ und „Wir werden immer älter“ – In den Medien bleibt es in der Regel bei der schlichten Informationen, dass unserer Gesellschaft bald der Pflegenotstand drohe. Im Gegensatz zu dem viel beschworenen Problem des Älterwerdens geht es in unserem Ausstellungsprojekt um die aktuelle Lebenssituation von Über-Hundertjährigen. Wie können wir mit alten Menschen zusammenleben, welche Bedürfnisse haben sie? Und wie sieht der Alltag von Über-Hundertjährigen aus, was denken sie und welche Erfahrungen möchten sie gerne an uns weitergeben?
Um Fragen wie diesen auf den Grund zu gehen, entstand das ungewöhnliche Ausstellungsprojekt „Vielleicht bin ich ja ein Wunder – 100-Jährige in Tempelhof-Schöneberg“. Gerade im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg leben gegenwärtig rund 180 Frauen und Männer, die über 100 Jahre alt sind. Im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken ist der Anteil der über 100-Jährigen nicht einmal halb so hoch.

Marion Schütt (Fotografin, Filmemacherin und Historikerin, Berlin)
Eigens für dieses Projekt hat Marion Schütt im Frühjahr 2011 zusammen mit einer Kulturpädagogin intensive Gespräche mit Über-Hundertjährigen geführt. Gemeinsam besuchten, interviewten und porträtierten sie die hoch betagten Senioren zu Hause und in Pflegeeinrichtungen. Im Zentrum standen Fragen zu ihrer Gesundheit, zur Biografie, zum sozialen Umfeld und zu ihrer Einstellung zum Leben. Eine Auswahl der ausdrucksstarken Fotos wird jetzt zum ersten Mal gezeigt. Neben den eindrucksvollen Porträts von Gesichtern und Gesten hat Schütt auch ihre unmittelbare Umgebung mit der Kamera dokumentiert. Außerdem kommen die Senioren in den Interviews selber zu Wort. Die Unmittelbarkeit ihrer Erzählungen und ihren oft erstaunlich brillanten Humor kann der Besucher an Hörstationen im Rathaus verfolgen.

Ziel des Ausstellungsprojektes und der Publikation ist es, dass die über Hundertjährigen selber zu Wort kommen. In den Interviews und Porträts wird deutlich, dass das Alter trotz gesundheitlicher Einschränkungen viele positive Seiten hat. Die Idee für das ungewöhnliche Projekt stammt von der Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales Dr. Sibyll Klotz, die unsere Ausstellung in Kooperation mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus und der Fotografin Marion Schütt umgesetzt hat. Nicht zuletzt bedanken wir uns ganz herzlich bei den Über-Hundertjährigen, die bereit waren trotz und gerade wegen ihres hohen Alters aktiv an unserem Projekt teilzunehmen.

Ein Ausschnitt aus dem Presse-Echo

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